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Emerging Markets

Total-Return-Chancen in Schwellenländern

Ein neuer Blick auf Schwellenländer, bei dem neben Kursgewinnen zunehmend auch laufende Erträge in den Fokus rücken.

Autoren
Investment Director, Emerging Market Equities
Senior Equity Specialist
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Duration: 3 Minuten

Datum: 29. Sept. 2026

Was wäre, wenn die Hälfte des Renditepotenzials in den Schwellenländern nicht ausreichend berücksichtigt würde?

Schwellenländer werden oft in erster Linie als Quelle für langfristiges Wachstum betrachtet. Das trifft zwar nach wie vor zu, doch dabei wird ein wichtiger Teil des Renditepotenzials außer Acht gelassen: die laufenden Erträge.

Im Laufe der Zeit haben sich die Schwellenländer zu einer ausgewogeneren Anlageklasse entwickelt, in der Dividenden neben Kurssteigerungen einen bedeutenden Beitrag zur Gesamtrendite leisten.

Ein Wandel in der Dividendenkultur

Eine der deutlichsten strukturellen Veränderungen in den Schwellenländern ist die Zunahme dividendenzahlender Unternehmen.

Mehr als 90 % der Unternehmen im MSCI Emerging Markets Index zahlen mittlerweile eine Dividende (Abbildung 1) – ein höherer Anteil als in den Industrieländern. Dies stellt eine bedeutende Veränderung in den letzten zwei Jahrzehnten dar, die durch stärkere Cashflows und eine diszipliniertere Kapitalallokation gestützt wird.

Abbildung 1: Anteil der dividendenzahlenden Unternehmen in Schwellenländern (25-Jahres-Trend)

Erträge als wichtiger Renditetreiber

Dividenden haben erheblich zu den langfristigen Renditen in den Schwellenländern beigetragen (Abbildung 2).

Abbildung 2: Zusammensetzung der Gesamtrendite (%)

Über längere Zeiträume entfiel etwa die Hälfte der Gesamtrenditen in Schwellenländren auf Dividenden. Dies hat mehrere wichtige Implikationen für Anleger:
Wichtig ist, dass das Dividendenwachstum in den Schwellenländern im Laufe der Zeit das vieler Industrieländer übertroffen hat (Abbildung 3), was auf sich verbessernde Unternehmensfundamentaldaten hindeutet.

Abbildung 3: Wachstum des Dividendenindex: Schwellenländer im Vergleich zu Industrieländern

Solide Fundamentaldaten

Die Ertragsentwicklung wird durch ein solides Unternehmensumfeld gestützt. Unternehmen aus Schwellenländern weisen im Allgemeinen folgende Merkmale auf:

Unserer Ansicht nach deuten diese Merkmale darauf hin, dass die Unternehmen in der Lage sind, die Ausschüttungen an die Aktionäre im Laufe der Zeit aufrechtzuerhalten oder weiter schrittweise zu erhöhen.

Ein ausgewogener Ausblick für Ausschüttungen

Das Dividendenwachstum dürfte eher schrittweise als sprunghaft ausfallen. Viele Unternehmen legen den Schwerpunkt weiterhin auf Reinvestitionen, insbesondere in schneller wachsenden Volkswirtschaften.

Dennoch gibt es Anzeichen für eine verbesserte Kapitalallokation. In Südkorea führen Reformen der Unternehmensführung (Corporate Governance) dazu, dass der Fokus stärker auf die Renditen für die Aktionäre gerichtet wird.1  In China haben einige staatliche Unternehmen ihre Dividendenausschüttungen erhöht und damit das Interesse von Anleger geweckt, die nach stabileren Ertragsströmen suchen.2

Unseres Erachtens deuten diese Entwicklungen auf einen kontinuierlichen Wandel hin und nicht auf einen abrupten Kurswechsel.

In Portfolios nach wie vor unterrepräsentiert

Trotz ihrer Größe sind die Schwellenländer in vielen Portfolios nach wie vor unterrepräsentiert.

Dieses Ungleichgewicht wird deutlich, wenn man es aus drei Perspektiven betrachtet. Die Schwellenländer machen einen erheblichen Anteil der weltweiten Wirtschaftsleistung aus, was ihre wachsende Rolle in der globalen Wirtschaft widerspiegelt (Abbildung 4).

Abbildung 4: Anteil der Schwellenländer am globalen BIP

Sie machen zudem einen großen Teil der weltweit börsennotierten Unternehmen aus und unterstreichen damit die Breite und Tiefe des verfügbaren Anlageuniversums (Abbildung 5).

Abbildung 5: Anteil der Schwellenländer an den börsennotierten Unternehmen

Während Schwellenländer also einen bedeutenden Beitrag zur globalen Wirtschaftsleistung und Unternehmenslandschaft leisten, spiegelt sich dies nicht im gleichen Maß in den weltweiten Aktienmärkten wider. Ihr Anteil an der globalen Marktkapitalisierung bleibt vergleichsweise gering, was auf eine Untergewichtung in den Portfolios vieler Anleger hindeutet (Abbildung 6).

Abbildung 6: Anteil der Schwellenländer an der globalen Aktienmarktkapitalisierung

Wir sind der Ansicht, dass diese Lücke eine strukturelle Diskrepanz verdeutlicht. Während die Schwellenländer für das globale Wachstum und die Produktion zunehmend an Bedeutung gewinnen, nehmen sie in vielen Portfolios weiterhin nur einen begrenzten Platz ein.

Warum dies von Bedeutung ist

Für Anleger könnte dies ein Anlass sein, die Positionierung von Schwellenländern im Portfolio zu überdenken – insbesondere im Hinblick auf ein ausgewogeneres Total-Return-Profil, das Erträge und Kapitalwachstum miteinander verbindet.

Ein Total-Return-Ansatz

Wir sind der Ansicht, dass eine Total-Return-Perspektive eine umfassendere Methode zur Bewertung der Schwellenländer bietet, die Folgendes kombiniert:

  • Wachstum, getragen durch langfristige, strukturelle wirtschaftliche und industrielle Trends
  • Erträge, gestützt durch Dividenden und eine disziplinierte Cashflow-Politik
Dieses Zusammenspiel aus Kapitalwachstum und laufenden Erträgen kann insbesondere in einem ausgewogeneren und zugleich unsichereren Marktumfeld von Vorteil sein.

Ein breiteres Anlageuniversum

Die Betrachtung der Schwellenländer aus einer Total-Return-Perspektive verdeutlicht zudem die Vielfalt der Chancen innerhalb dieser Anlageklasse, darunter:

Dabei bleiben die Fähigkeit zur Generierung von Cashflows sowie eine verantwortungsvolle Kapitalallokation in allen Segmenten entscheidende Faktoren.

Abschließende Gedanken


Wir sind der Ansicht, dass Schwellenländer heute ein umfassenderes Anlageangebot bieten, als oft angenommen wird. Die Kombination aus Wachstum, laufenden Erträgen und sich verbessernden Unternehmensfundamentaldaten deutet auf ein ausgewogeneres Renditeprofil hin. Zwar bestehen weiterhin Risiken, insbesondere aufgrund makroökonomischer und geopolitischer Faktoren, doch die Entwicklung der Dividendenpolitik spricht zunehmend dafür, Schwellenländer als Wachstums- und Ertragschance innerhalb eines diversifizierten Portfolios zu betrachten.

  1. "The goal of South Korea’s reforms: reducing the valuation discount." RankiaPro, March 2026.Opens in new window
  2. "Asia's stocks ride a reform wave, but rough seas lie ahead." Reuters, December 2025.Opens in new window

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