Global Macro Research
Macro Bytes

Wie können Anleger sich in einer brüchigen Wirtschaftsordnung zurechtfinden? – mit Neil Shearing

Wir untersuchen, wie sich die Globalisierung weiterentwickelt – und nicht zu Ende geht – und warum sich die Weltwirtschaft in rivalisierende Blöcke aufspaltet. Was bedeutet das für den Handel, die Technologie und Ihre Investitionen?

Autor
Chief Economist
Image shows US and China flags with a fracture line running between them

Datum: 01. Jän. 1

Die Welt erlebt keine Deglobalisierung – aber sie spaltet sich. Die Weltwirtschaft zerfällt in rivalisierende Blöcke entlang der Linien von Produktion, Technologie und Finanzen, was Auswirkungen auf Handel, Investitionen und Politik hat.

In dieser Folge von Macro Bytes spricht Paul mit Neil Shearing, Chefökonom bei Capital Economics und Autor von „The Fractured Age: How the Return of Geopolitics Will Splinter the Global Economy” (Das Zeitalter der Spaltung: Wie die Rückkehr der Geopolitik die Weltwirtschaft zersplittern wird).

Sie diskutieren, was am „Konsens der Hyperglobalisierung” – der Vorstellung, dass wirtschaftliche Interdependenz stabilisierend wirkt – falsch war, wie die Rückkehr der Rivalität zwischen den Supermächten andere Länder dazu zwingen wird, sich für eine Seite zu entscheiden, und wie Investoren sich in diesem neuen wirtschaftlichen und geopolitischen Umfeld zurechtfinden können.

Einige Highlights:

  • Fragmentierung statt Deglobalisierung. Das globale Handelsvolumen bleibt robust. Aber wichtige Sektoren – wie Halbleiter, grüne Technologien und Smartphones – werden zunehmend zwischen den Lieferketten der USA und Chinas aufgeteilt. Länder wie Indien, Vietnam und Mexiko entwickeln sich zu alternativen Drehkreuzen.

  • Wechselnde Blöcke. Zum US-Block gehören die meisten europäischen Länder, Japan und Australien. Zum chinesischen Block gehören Russland, der Iran und Teile Afrikas. Diese Konstellationen sind nicht festgeschrieben. Die jüngste Kehrtwende Argentiniens zeigt, wie schnell sich geopolitische Loyalitäten verschieben können.

  • Finanzströme und Risiken. Während sich die Investitionen zwischen den Blöcken verlangsamen, ist es unwahrscheinlich, dass Chinas beträchtliche US-Dollar-Reserven schnell abgebaut werden. Geopolitische Krisenherde wie Taiwan und das Südchinesische Meer erhöhen jedoch das Risiko eines direkten Konflikts.

  • Gewinner und Verlierer. Unternehmen, die in Hightech-Sektoren tätig sind und sowohl mit dem einen als auch mit dem anderen Block zu tun haben, stehen vor strategischen Dilemmata. Länder, die in der Lage sind, ihre Lieferketten neu zu konfigurieren, könnten davon profitieren, während diejenigen, die zwischen den Fronten stehen, Gefahr laufen, an den Rand gedrängt zu werden.

  • Implikationen für politische Entscheidungsträger und Investoren. Akzeptieren Sie die Spaltung als strukturellen Wandel. Konzentrieren Sie sich auf Resilienz, vermeiden Sie es, Verbündete zu verprellen, und passen Sie sich schrittweise an, um Störungen zu minimieren.

Hören Sie sich die neueste Folge von Macro Bytes an, um die gesamte Diskussion zu hören.