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Fixed IncomeDer “Sweet-Spot” bei Unternehmensanleihen: Wo attraktive Erträge auf solide Bonität trifft
Anleiheinvestoren stehen vor einem vertrauten Dilemma: Sicherheit oder Rendite. Doch muss man sich wirklich zwischen beidem entscheiden?
Autor
Lewis Parkhouse
Investment Specialist

Duration: 6 Minuten
Datum: 27. Aug. 2026
Viele Anleger sehen sich am Anleihemarkt mit einer scheinbar klaren Wahl konfrontiert: mehr Sicherheit durch Investment-Grade-Anleihen oder höhere Ertragschancen mit Hochzinsanleihen (High Yield Bonds). Während Erstere in der Regel stabiler sind, bieten Letztere zwar attraktivere Renditen, gehen jedoch mit höheren Kreditrisiken und größerer Volatilität einher.
Es gibt jedoch einen Mittelweg.
Eine gemischte globale Anleihenstrategie kann verschiedene Quellen für Anleiherenditen innerhalb eines Portfolios kombinieren. Das Ziel besteht nicht darin, die Rendite durch die Übernahme möglichst hoher Risiken zu maximieren. Vielmehr geht es darum, einen starken Kern aus hochwertigeren Anleihen aufzubauen, selektiv Chancen mit höheren Renditen hinzuzufügen und das Gesamtrisiko des Portfolios an sich ändernde Marktbedingungen anzupassen.
Beginnen Sie mit einem soliden Kern aus hochwertigen Anleihen
Bonitätsratings geben Aufschluss über die Fähigkeit eines Emittenten, seinen finanziellen Verpflichtungen nachzukommen. Investment-Grade-Ratings reichen von AAA bis BBB, während High-Yield-Anleihen bei BB beginnen und sich bis zu Emittenten mit den niedrigeren Ratings B und CCC erstrecken.
Der Bereich, in dem BBB- und BB-Ratings aufeinandertreffen, wird oft als „Crossover-Credit“ bezeichnet. Dieser Bereich kann eine attraktive Grundlage für ein Anleihenportfolio bilden, da es sich bei BBB- und BB-Emittenten häufig um etablierte Unternehmen handelt, die Zugang zu Finanzierungsmöglichkeiten haben und nachweislich in der Lage sind, ihre Geschäfte unter verschiedenen wirtschaftlichen Bedingungen zu steuern.
Ihre Anleihen bieten in der Regel höhere Renditen als höher bewertete Investment-Grade-Anleihen, ohne dass Anleger in die schwächsten Bereiche des High-Yield-Marktes vorstoßen müssen, in denen sich in der Vergangenheit die Ausfälle konzentriert haben. Über den Zeitraum von 25 Jahren bis zum 30. Juni 2026 erzielte eine hypothetische 50/50-Mischung aus globalen BBB- und BB-Anleihenindizes eine kumulative Rendite, die der des globalen High-Yield-Marktes nahekam, jedoch bei einer deutlich geringeren annualisierten Volatilität.
Langfristig haben BBB- und BB-Emittenten deutlich niedrigere Ausfallraten (ausgebliebene Zins- und Tilgungszahlungen) ausgewiesen als der breitere Hochzinsanleihenmarkt. Ausfälle sind zwar kein vollständiger Maßstab für das Risiko, doch verdeutlicht der Vergleich, dass das Verhältnis zwischen Rendite und Risiko nicht linear verläuft.
Abbildung 1: Renditen ähnlich wie bei Hochzinsanleihen
Abbildung 2: Ausfallraten ähnlich wie bei Investment-Grade-Anleihen
Abbildung 3: Geringeres Risiko als bei Hochzinsanleihen
Einfach ausgedrückt: Anleger könnten möglicherweise von deutlich höheren Renditen profitieren, ohne dabei die risikoreichsten Segmente des Unternehmensanleihemarktes berücksichtigen zu müssen.
Selektiv Chancen mit höheren Renditen hinzufügen
Crossover-Anleihen können die Grundlage des Portfolios bilden, müssen jedoch nicht die einzige Renditequelle sein.
Eine flexible globale Strategie kann auch selektiv in Bereiche wie Unternehmensanleihen mit niedrigerem Rating, Schwellenländeranleihen, Anleihen von Spezialbanken und Versicherern sowie hybride Unternehmensanleihen investieren, die Merkmale von Fremd- und Eigenkapital kombinieren. Diese Anlagen können die Rendite und das Renditepotenzial des Portfolios potenziell weiter steigern.
Entscheidend ist, sie als selektive Ergänzungen zu betrachten, anstatt zuzulassen, dass sie das Portfolio dominieren.
Wenn die Kurse attraktiv erscheinen und die zugrunde liegenden Unternehmen an Stärke gewinnen, kann es sinnvoll sein, mehr dieser renditestarken Anlagen zu halten. Wenn die zusätzliche Rendite im Verhältnis zu den Risiken zu gering erscheint, kann das Engagement reduziert werden.
Diese Flexibilität ist wichtig. Eine gemischte globale Strategie für Unternehmensanleihen sollte in der Lage sein, ihre Engagements an veränderte Marktbedingungen und Bewertungen anzupassen. Jede Position muss ihren Platz im Portfolio anhand ihrer Rendite, ihrer Bewertung, der zugrunde liegenden Fundamentaldaten und ihres Beitrags zum Gesamtrisiko des Portfolios rechtfertigen.
Aktives Risikomanagement
Das Gleichgewicht zwischen Ertrag und Risiko sollte nicht starr bleiben, da sich die Marktbedingungen ändern. Sind die Bewertungen attraktiv, kann eine flexible Strategie das Engagement in renditestärkeren Anlagemöglichkeiten erhöhen. Bietet die zusätzliche Rendite keinen ausreichenden Ausgleich mehr für die Risiken, kann sie einen vorsichtigeren Ansatz verfolgen.
Letzteres kann die Reduzierung von Anleihen mit geringerer Bonität oder eine Erhöhung des Engagements in Barmitteln und Staatsanleihen mit baldiger Fälligkeit beinhalten, um die Sensitivität des Portfolios gegenüber einer allgemeinen Marktschwäche zu verringern. Das Ziel besteht nicht darin, Marktvolatilität gänzlich zu vermeiden, sondern sicherzustellen, dass die eingegangenen Risiken in einem angemessenen Verhältnis zum potenziellen Ertrag stehen.
Warum ein globaler Ansatz wichtig ist
Ein globaler Ansatz erweitert das Spektrum an Anlagemöglichkeiten über Emittenten, Sektoren, Regionen und verschiedene Anleihearten hinweg, von denen jede ihr eigenes Verhältnis von Ertrag und Risiko bietet. Er ermöglicht es einem aktiven Fondsmanager, ähnliche Risiken marktübergreifend zu vergleichen und dort zu investieren, wo die potenzielle Rendite am attraktivsten erscheint.
Dies ist wichtig, da kein einzelner Markt durchweg das beste Verhältnis zwischen Rendite und Risiko bietet. Zu verschiedenen Zeitpunkten im Konjunkturzyklus können sich Chancen in europäischen Unternehmensanleihen, US-Unternehmensanleihen, bei asiatischen Emittenten, Schwellenländern oder Spezialbereichen wie nachrangigen Finanzanleihen ergeben.
Eine globale Ausrichtung kann Risiken jedoch nicht vollständig eliminieren. Unternehmensanleihemärkte können in Stressphasen stark korrelieren, während Schwellenmärkte empfindlicher auf politische Entwicklungen, Währungsschwankungen und Veränderungen der Anlegerstimmung reagieren können.
Ein wirklich globales Mandat verringert jedoch die Abhängigkeit von einzelnen Märkten und erweitert das Spektrum an Möglichkeiten bei der Auswahl von Emittenten und Wertpapieren. Detaillierte Analysen können dabei helfen, die Unternehmen und einzelnen Anleihen zu identifizieren, die das attraktivste Verhältnis zwischen Rendite und Risiko bieten, gestützt durch einen breiteren Blick auf die Wirtschaft, die Zentralbankpolitik, Bewertungen und den Kreditzyklus.
Eine ausgewogenere Quelle für Anleiheerträge
Für Anleger, die bereit sind, ein höheres Kreditrisiko als bei einem traditionellen Investment-Grade-Portfolio einzugehen, kann ein gemischtes globales Kreditportfolio potenziell als Kernallokation oder als maßvollere Alternative zu einer reinen High-Yield-Anlage dienen.
Der Ansatz zielt darauf ab, das Gleichgewicht zwischen Investment-Grade- und High-Yield-Anleihen zu verbessern, indem ein Kern aus hochwertigeren Anleihen, selektive Quellen für zusätzliche Rendite, eine breite globale Diversifizierung und eine aktive Steuerung des gesamten Marktrisikos kombiniert werden.
Diese Grundsätze bilden auch die Grundlage für die „Global Income Bond“-Strategie von Aberdeen. Das Portfolio investiert weltweit an den Anleihemärkten, von Investment-Grade- und High-Yield-Anleihen bis hin zu Schwellenländeranleihen, wobei der Schwerpunkt auf dem liegt, was wir als den „globalen Credit-Sweet-Spot“ bezeichnen: Unternehmensanleihen mit den Ratings BBB und BB. Ziel ist es, attraktive Erträge und langfristige Renditen zu erzielen und gleichzeitig ein Risikoprofil beizubehalten, das näher an Investment-Grade-Anleihen liegt als an traditionellen High-Yield-Märkten.
Anleger müssen Anleihen also nicht als eine binäre Wahl zwischen Sicherheit und Ertrag betrachten. Ein sorgfältig zusammengestelltes globales Kreditportfolio kann einen ausgewogeneren Weg bieten – ein höheres Ertragspotenzial, ohne sich auf die risikoreichsten Bereiche des Anleihemarktes zu verlassen.


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