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Wenn Anleihen nicht mehr mitspielen: Warum kurzlaufende Anleihen zurück auf die Agenda rücken

Kurzlaufende Anleihen neu gedacht: Chancen mit reduziertem Risikoprofil.

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Dauer: 6 Minuten

Jahrzehntelang verließen sich Anleger auf eine einfache Faustregel: Wenn die Aktienmärkte instabil werden, sorgen Anleihen für Stabilität.

Abbildung 1: Renditen britischer Gilt (ein Monat – 30 Jahre) im März 2026

Gleichzeitig veränderte sich ein weiterer wichtiger Faktor: die sogenannten Laufzeitprämien (Term Premia). Damit ist der zusätzliche Ertrag gemeint, den Investoren verlangen, wenn sie langfristige Anleihen halten – insbesondere in Phasen höherer Inflation, größerer Unsicherheit und stärkerer Marktschwankungen.

Steigen diese Laufzeitprämien, können auch die langfristigen Renditen zulegen, selbst wenn sich die wirtschaftlichen Aussichten eintrüben. Für langlaufende Anleihen bedeutet das ein doppeltes Risiko: Sie stehen sowohl durch höhere Zinsen als auch durch wachsende Unsicherheit unter Druck. Das Ergebnis war eine seltene und unangenehme Kombination: eine Zeit, in der der Besitz von Anleihen und Aktien gleichzeitig schmerzhaft war.

Risiko neu denken: kürzere Dauer, mehr Resilienz

Solche Episoden veranlassen Investoren, ihre Risikoverteilung innerhalb ihrer Portfolios neu zu überdenken. Anstatt die Laufzeit zu verlängern oder sich auf Anleihen als automatische Stoßdämpfer zu verlassen, konzentrieren sich viele nun auf Kapitalerhaltung und Ergebniskontrolle.

Bei Anleiheallokationen bedeutet das oft, die Sensibilität gegenüber Zinsbewegungen zu verringern und Cashflow-Sicherheit zu priorisieren. Kurzlaufende Anleihestrategien – typischerweise mit Laufzeiten von ein bis drei Jahren – sind genau dafür konzipiert.

Im Vergleich zu länger laufenden Anleihen verlassen sich kurzlaufende Strategien deutlich weniger darauf, den zukünftigen Zinsverlauf richtig zu haben. Sie liegen näher an der Fälligkeit, erleben weniger Preisschwankungen und erlauben es Investoren oft, Anleihen bis zur Rückzahlung zu halten, falls die Märkte unruhig werden.

Warum sich kurzlaufende Anleihen anders verhalten

Um ihre Anziehungskraft zu verstehen, hilft es, zu den Grundprinzipien zurückzukehren.

Die Laufzeit ist das Kernrisiko der meisten Anleihen. Je länger die Laufzeit, desto stärker schwankt der Anleihepreis, wenn sich die Renditen ändern. Deshalb konzentriert sich die Volatilität bei starken Zinsbewegungen meist am langen Ende der Zinskurve.

Kurzlaufende Anleihen bergen einfach ein geringeres Risiko. Wenn die Renditen steigen, fallen die Preise trotzdem, aber meist deutlich weniger. In der Praxis kann das während inflationsgetriebener Ausverkäufe einen bedeutenden Unterschied bei Rückgängen machen.

Ebenso wichtig ist, dass das Einkommen jetzt mehr Arbeit übernimmt.

Bei höheren Renditen stammt ein größerer Anteil der Gesamtrendite aus vertraglichem Einkommen – bekannt als Carry – als aus Kurssteigerungen. Bei kurzlaufenden Anleihen kommt dieser Einkommensstrom früher und bietet ein Polster gegen negative Zinsbewegungen (siehe Abbildung 2).


Abbildung 2 – Wie stark müssen die Renditen steigen, um die Rendite auf null zu reduzieren

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