Insights
Emerging Market Debt

Rendite mit Wirkung: Wie die SDGs Chancen in Schwellenländern erschließen können

Finanzielle Erträge anstreben und gleichzeitig nachhaltige Entwicklung fördern

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Investment Director
Investment Manager, Emerging Market Debt
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Duration: 6 Minuten

Datum: 29. Sept. 2026

Vor kurzem haben wir die vierte Ausgabe unseres jährlichen SDG-Berichts für den „Emerging Markets SDG Corporate Bond Fund“ veröffentlicht. Der Bericht analysiert die Auswirkungen unserer Investitionen im Jahr 2025. Den vollständigen Bereicht finden Sie hier. Nachfolgend finden Sie einen Überblick über die wichtigsten Erkenntnisse. 

Das vergangene Jahr war erneut eine bemerkenswert widerstandsfähige Phase für Schwellenländeranleihen (Emerging Market Debt, EMD). In vielen Volkswirtschaften schwächte sich die Inflation weiter ab, während Emittenten von solideren Bilanzen und verbesserten Fundamentaldaten profitierten. Gleichzeitig zog die Neuemissionstätigkeit wieder an und schuf eine Fülle von Anlagechancen für aktive Investoren.

Neben dem sich verbessernden Marktumfeld war die anhaltende Ausweitung nachhaltiger Anlagemöglichkeiten eine der interessantesten Entwicklungen.

Schwellen- und Entwicklungsländer stehen im Mittelpunkt vieler Herausforderungen, die in den Zielen für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen (Sustainable Development Goals, SDGs) adressiert werden. In diesen Ländern lebt der Großteil der Weltbevölkerung, und sie erwirtschaften rund 45 % der globalen Wirtschaftsleistung. Dennoch entfällt auf sie nur ein vergleichsweise geringer Anteil der weltweiten Finanzanlagen.

Die Finanzierungslücke ist nach wie vor beträchtlich. Nach Angaben der OECD und der UNCTAD werden bis 2030 jährlich zusätzliche 4,3 Billionen US-Dollar benötigt, um die SDGs zu erreichen. Mehr als die Hälfte davon soll in die Energiewende fließen. Dies stellt zwar eine erhebliche Herausforderung für die wirtschaftliche Entwicklung dar, verdeutlicht aber zugleich den ungedecktem Bedarf in Sektoren wie Gesundheitswesen, Infrastruktur und saubere Energie.

Für Investoren können die SDGs einen nützlichen Orientierungsrahmen bieten, um Unternehmen zu identifizieren, die zur Bewältigung dieser Probleme beitragen. Die folgenden Beispiele veranschaulichen, wie Unternehmen, die essenzielle Dienstleistungen erbringen, sowohl positive gesellschaftliche Ergebnisse als auch attraktive wirtschaftliche Chancen eröffnen können.

Den Zugang zu Wasser verbessern

Der Zugang zu sauberem Wasser und einer funktionierenden Sanitärversorgung bleibt in vielen Schwellenländern eine der drängendsten infrastrukturellen Herausforderungen.

Sabesp, Brasiliens größtes Wasser- und Abwasserunternehmen, spielt eine entscheidende Rolle bei der Deckung dieses Bedarfs in São Paulo. Im vergangenen Jahr emittierte das Unternehmen seine erste „Blue Bond“-Anleihe, deren Erlöse für die Abwasserinfrastruktur, die Modernisierung von Kläranlagen und Sozialtarifprogramme zugunsten von rund 965.000 Familien bestimmt waren.

Das Unternehmen bietet eine attraktive Kombination aus stabilen, regulierten Cashflows und einem klaren Wachstumskurs, gestützt durch erhebliche Investitionen in die Wasser- und Sanitärinfrastruktur. Es übertraf seine Ziele für 2025 hinsichtlich neuer Wasser- und Abwasseranschlüsse und stellte damit seine Fähigkeit unter Beweis, den Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen auszuweiten und gleichzeitig seine wirtschaftlichen Ziele zu erreichen.

Für Unternehmen wie Sabesp ist die Verbesserung des Zugangs zu Wasser und Sanitärversorgung nicht vom finanziellen Erfolg zu trennen – sie ist dessen zentraler Bestandteil.

Die Energiewende vorantreiben

Der Übergang zu saubereren und effizienteren Energiesystemen schafft bedeutende Investitionsmöglichkeiten in den Schwellenländern.

In Usbekistan unterstützt die SQB die Finanzierung von Projekten in den Bereichen erneuerbare Energien, Energieeffizienz und nachhaltige Infrastruktur, und trägt damit zur Modernisierung der Wirtschaft des Landes bei. Obwohl die Bank in einem traditionell kohlenstoffintensiven Markt tätig ist, hat sie nachhaltige Finanzierungen in ihre Wachstumsstrategie integriert und ihre Governance- sowie Risikomanagementprozesse gestärkt, um dieses strategische Ziel zu unterstützen.

Ihre Nachhaltigkeitsanleihe in Höhe von 500 Millionen US-Dollar trägt zur Finanzierung von Projekten bei, die bereits messbare Ergebnisse erzielt haben - darunter Energieeinsparungen, die Erzeugung erneuerbarer Energie und die Installation von mehr als 800.000 intelligenten Stromzählern.

Ausbau des Zugangs zur Gesundheitsversorgung

Der Zugang zur Gesundheitsversorgung bleibt in vielen Schwellenländern eine große Herausforderung, da die Durchdringung mit privaten Versicherungen oft gering ist und die Gesundheitssysteme mit Kapazitätsengpässen zu kämpfen haben.

Auna trägt dazu bei, diese Versorgungslücke zu schließen - und zwar durch eine integrierte Gesundheitsplattform, die Krankenhäuser, ambulante Einrichtungen, Präventionsangebote und Krankenversicherungen in Peru, Kolumbien und Mexiko betreibt. Das Unternehmen betreut rund 1,4 Millionen Versicherte und hat einen besonderen Schwerpunkt auf die Onkologie gelegt, wobei es Prävention, Diagnose, Behandlung und Nachsorge in einem vertikal integrierten Modell miteinander verbindet.

Aunas Fokus auf Erschwinglichkeit und Zugang ist besonders wichtig. Durch eine Reihe von Krankenversicherungen, die auf verschiedene Einkommenssegmente zugeschnitten sind, hat das Unternehmen den Zugang zum Massenmarkt erweitert. 

Die Wirkung des Unternehmens reicht weit über den eigenen Kundenstamm hinaus. Durch die öffentlich-private Partnerschaft des „Trecca Ambulatory Center“ in Lima trägt Auna dazu bei, die Kapazitäten der ambulanten Gesundheitsversorgung auszubauen und den Zugang zu medizinischen Leistungen für bis zu drei Millionen Begünstigte pro Jahr zu verbessern.

Mit der Verbesserung des Zugangs zur Gesundheitsversorgung profitiert das Unternehmen von einer wachsenden Nachfrage nach seinen Dienstleistungen und zeigt damit, wie die Deckung ungedeckter Gesundheitsbedürfnisse langfristige Chancen sowohl für Patienten als auch für Investoren schaffen kann.

Wo Gewinn und Sinnhaftigkeit aufeinandertreffen

Der Investitionsbedarf in den Schwellenländern ist nach wie vor erheblich. Ob es um die Verbesserung des Zugangs zur Gesundheitsversorgung, den Ausbau der Wasserinfrastruktur oder die Beschleunigung der Energiewende geht – das Ausmaß der Herausforderungen ist beträchtlich und wird in absehbarer Zeit kaum abnehmen.

Gleichzeitig erweitern sich die Investitionsmöglichkeiten kontinuierlich. Das Wachstum bei der Emission nachhaltiger Anleihen und die zunehmende Beteiligung von Unternehmensemittenten bieten Anlegern ein breiteres Spektrum an Möglichkeiten, in Unternehmen zu investieren, die zur Bewältigung einiger der drängendsten Entwicklungsherausforderungen der Welt beitragen.

Die SDGs werden oft als Rahmenwerk für Nachhaltigkeit betrachtet. Sie können aber auch als nützlicher Leitfaden für zukünftige Anlagechancen dienen. Indem sie Bereiche mit ungedecktem Bedarf in den Schwellenländern aufzeigen, helfen sie dabei, Unternehmen zu identifizieren, die wesentliche Dienstleistungen erbringen, die wirtschaftliche Entwicklung unterstützen und langfristiges Wachstum ermöglichen.

Für Anleger liegen die überzeugendsten Chancen oft dort, wo sich wirtschaftlicher Erfolg und nachhaltige Entwicklung gegenseitig verstärken. Die SDGs können daher als Wegweiser zu einigen der attraktivsten Chancen in Schwellenländern dienen.

Die Unternehmen wurden ausschließlich zu Illustrationszwecken ausgewählt, um den hier beschriebenen Anlageverwaltungsstil zu veranschaulichen, und stellen keine Anlageempfehlung oder Hinweis auf die zukünftige Wertentwicklung dar.

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