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US-Small Caps: Bereit, 2026 die Führung zu übernehmen

Könnte 2026 das Jahr sein, in dem US-Small Caps die Marktführung überzeugend zurückerobern?

Autor
Small Cap Portfolio Manager
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Dauer: 4 Minuten

Datum: 16. Feb. 2026

Nach einer längeren Phase relativer Unterperformance könnten US-Small Caps auf ein Comeback zusteuern. Die Bewertungen sind überzeugend, das Gewinnmomentum nimmt zu und der makroökonomische Hintergrund sieht unterstützend aus. 

Für Anleger, die im vergangenen Jahrzehnt das dominierende Wachstum von Large Caps beobachtet haben, könnte 2026 den Beginn einer längst überfälligen Rotation markieren.

Hier erläutern wir, warum Small Caps wieder stärker in den Fokus rücken – und weshalb gerade jetzt ein guter Zeitpunkt sein könnte, die Allokation neu zu bewerten.

Die Bewertungen sind überzeugend

Eines der klarsten Argumente für US-Small Caps heute ist einfach: Sie sind günstig.

Der S&P 500 wird mit etwa dem 23‑Fachen der Gewinne gehandelt und liegt damit mehr als eine volle Standardabweichung über seinem 10‑Jahres‑Median. Im Gegensatz dazu notiert der S&P 600 – ein bevorzugter Qualitäts‑Small‑Cap‑Benchmark – näher beim 15,5‑ bis 16‑Fachen und damit leicht unter seinem langfristigen Median [1].

Für Anleger, die bereit sind, über die Mega-Cap-Gewinner der letzten Jahre hinauszublicken, bieten hochwertige Small Caps sowohl im Vergleich zu ihrer eigenen Geschichte als auch zum heutigen Large-Cap-Markt attraktive Einstiegsmöglichkeiten.

Die Gewinndynamik wendet sich zu ihren Gunsten

Bewertungen sind nur ein Teil der Geschichte – auch das Gewinnbild verändert sich zugunsten kleinerer Unternehmen.

Small Caps verzeichneten im vergangenen Jahr ein Gewinnwachstum, wenn auch leicht unter den Erwartungen. Aber für uns zählt die Entwicklung stärker als das absolute Niveau. Die Schätzungen für 2026 scheinen deutlich besser zu sein als für Large Caps. Warum?

  • Verbraucher mit mehr Geld zum Ausgeben, gestärkt durch das "One Big Beautiful Bill": niedrigere Steuern auf Überstunden, geringere Steuerlasten auf Bundes- und Kommunalebene sowie niedrigere Kraftstoffpreise.

  • Margenausweitung, angetrieben durch operative Effizienzgewinne infolge des Drucks aus der Zoll‑Ära.

  • Eine stärker inländische Ertragsstruktur, die Small Caps in die Lage versetzt, unverhältnismäßig stark vom erwarteten Aufwärtspotenzial des US-BIP 2026 zu profitieren.

  • Niedrigere Zinsen unterstützen Small Caps überproportional, da sie typischerweise mehr variabel verzinste Schulden tragen. Zinssenkungen wirken daher schnell als geringerer Zinsaufwand durch.

Kurz gesagt: Die Rückenwinde für das Gewinnwachstum, die lange gefehlt haben, kehren nun zurück – und der Markt hat sie noch nicht vollständig eingepreist.

Qualität zählt

Qualität wird oft genau betrachtet: Ist ein Unternehmen profitabel oder nicht? Wir verfolgen einen viel umfassenderen Ansatz.

In unserer Welt messen wir Qualität durch:

  • Branchenpositionierung: Ist das Unternehmen in einem attraktiven Markt tätig?

  • Management-Fähigkeit: Haben frühere Übernahmen einen Mehrwert geschaffen? Haben sie Synergien geliefert? Wie ist die Amtszeit und Erfolgsbilanz des CEO/CFO? Und entscheidend: Können sie weiterhin operative Effizienzen freisetzen, die das Margen- und Gewinnwachstum unterstützen?

  • Bilanzstärke: Kann das Unternehmen organisches Wachstum finanzieren und M&A-Möglichkeiten nutzen?

  • Rentabilitätskennzahlen: Eigenkapitalrendite, Kapitalrendite und nachhaltige Gewinngenerierung.

Unserer Ansicht nach sind die Voraussetzungen für ein Comeback von Qualitätstiteln gegeben.

Die Geschichte unterstreicht diesen Punkt. Nach Durchschreiten des zyklischen Tiefpunktes  heraus gibt es typischerweise einen sechs- bis achtmonatigen 'Dash for Trash', in dem niedrigqualitative, stark leerverkaufte Titel vorübergehend besser abschneiden. Aber sobald die Übergangsphase vorbei ist – was wir glauben, wo wir uns jetzt befinden – führen qualitativ hochwertige Small Caps diese Marktführung an und halten sie aufrecht.

Zinssenkungen: starker Rückenwind für kleinere Unternehmen

Die Zinssensitivität ist ein weiterer entscheidender Aspekt der Geschichte.

In den vergangenen 15 Monaten hat die US‑Notenbank (Fed) die Leitzinsen deutlich gesenkt – zunächst Ende 2024 um 100 Basispunkte und anschließend zum Jahresende um weitere 75 Basispunkte auf nun 3,5–3,75 % [2]. Doch Zinssenkungen wirken nicht über Nacht. Ihre Impulse durchdringen die Wirtschaft erst mit einer Verzögerung von 12 bis 18 Monaten. Das bedeutet: Die positiven Effekte der jüngsten Lockerungsrunde beginnen sich jetzt erst allmählich im wirtschaftlichen Umfeld bemerkbar zu machen.

Warum das bei Small Caps wichtig ist:

  • Kleinere Unternehmen führen in der Regel mehr variable Zinsschulden als große Kapitalgesellschaften. Sinkende Zinsen senken die Zinszahlungen direkt.

  • Niedrigere Finanzierungskosten setzen Kapital für Reinvestitionen, Einstellungen und M&A. frei.

  • Niedrigere Hypotheken-, Auto- und Finanzierungskosten unterstützen eine breitere Verbrauchernachfrage, die auf das Inland ausgerichteten kleinen Unternehmen überproportional zugutekommt.

Wenn die Fed in diesem Jahr weitere Zinssenkungen vornimmt – voraussichtlich nach Mai, wenn der neue von Trump genehmigte Fed-Vorsitzende seinen Sitz übernimmt – wird das unterstützende Umfeld weiter gestärkt.

Wo die stärksten Chancen liegen

Mit einem sich beschleunigenden BIP‑Wachstum, niedrigeren Zinsen und einem robusteren Konsumumfeld könnte 2026 ein Jahr zyklischer Marktführer werden. Zudem dürfte das staatliche ‚One Big Beautiful Bill‘‑Paket eine neue industrielle Renaissance auslösen, da Unternehmen zunehmend ihre Produktion in die USA zurückverlagern.

Das Gesetz sieht eine dauerhafte 100‑%‑Sofortabschreibung für Investitionen in Anlagen, Maschinen, Einrichtungen und andere qualifizierende Vermögenswerte vor. Unternehmen können diese Ausgaben somit unmittelbar steuerlich geltend machen, anstatt sie über viele Jahre hinweg abzuschreiben. Dies senkt die nach Steuern relevanten Investitionskosten für inländische Kapitalgüter erheblich — und stärkt damit die wirtschaftliche Attraktivität, Fertigungskapazitäten zurück in die USA zu holen.

Wir betrachten die folgenden Bereiche des Marktes:

  • Konsumnahe Unternehmen, insbesondere jene, die von steigenden Ausgaben im Bereich der diskretionären Konsumausgaben profitieren.

  • Industrienamen, die von Onshoring, Reshoring und einer aufkeimenden industriellen Renaissance profitieren.

  • Lieferanten für schwere Geräte und Maschinen, darunter Unternehmen, die Filter, Hydraulik und wichtige Ersatzteile herstellen – sozusagen die Pickel und Schaufeln, die von steigenden Investitionsausgaben profitieren.

Das verbindende Element: profitable, gut kapitalisierte Unternehmen in strukturell aufwertenden Branchen – mit Gewinnschätzungen, die klar nach oben tendieren

Ein Wort der Vorsicht

Natürlich weisen Small Caps eine höhere Einzelvolatilität auf als Large Caps – ein Faktor, der viele Anleger zunächst abschreckt. Doch nur wenige Portfolios halten sie isoliert. Historisch betrachtet hat bereits eine moderate Beimischung von Small Caps zu Large Caps zu einem vergleichbaren Gesamtrisiko geführt wie eine reine Large‑Cap‑Allokation – dank der Diversifikationseffekte.

Mit anderen Worten: Die wahrgenommene Risikosteigerung fällt häufig deutlich höher aus als das tatsächliche Risiko. Genau in dieser Diskrepanz kann eine attraktive Chance liegen.

Abschließende Gedanken...

Nach einem Jahrzehnt, das von Mega Caps und einer extrem engen Marktführerschaft geprägt war, könnten sich die Voraussetzungen nun zugunsten von US‑Small‑Caps verschieben. Attraktive Bewertungen, steigende Gewinne, ein freundliches makroökonomisches Umfeld und strukturelle Diversifikation weisen alle in dieselbe Richtung.

 Für Investoren, die bereit sind, ihren Horizont zu erweitern, könnte 2026 das Jahr von Small Caps werden.

  1. Bloomberg January 2026
  2. Fed rate cuts

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