Insights
ETFsFuture Raw Materials: Auf dem Weg zu neuer Dynamik
Wie man Zugang zu den Rohstoffen erhält, die den globalen Wandel vorantreiben
Autor
David Clancy
QIS Research Director
Contributors
Rosa Leo

Dauer: 11 Minuten
Datum: 04. Mai 2026
David Clancy, Portfoliomanager des vor einem Jahr aufgelegten abrdn Future Raw Materials ETF, beantwortet Fragen dazu, was er im vergangenen Jahr gelernt hat, wie sich die Strategie weiterentwickelt hat und warum er der Meinung ist, dass die Argumente für „Zukunftsrohstoffe“ heute überzeugender denn je sind.
Frage 1: Rohstoffe standen im vergangenen Jahr wieder stark im Rampenlicht. Welche Überlegungen standen hinter der Entscheidung, den abrdn Future Raw Materials ETF genau zu diesem Zeitpunkt aufzulegen?
Wir sahen eine seltene Konstellation langfristiger Kräfte, die in dieser Form nicht oft vorkommt. Die Energiewende beschleunigt sich, die digitale Infrastruktur wächst rasant und der Bedarf an Technologien wie KI wird immer greifbarer. All diese Trends stützen sich auf eine relativ kleine Gruppe von Rohstoffen.
Wir haben unseren ETF aufgelegt, um Anlegern eine strukturierte Möglichkeit zu bieten, über Aktien an diesem Nachfragewachstum teilzuhaben, anstatt zu versuchen, Rohstoffpreise oder einzelne Angebotsschocks punktgenau vorherzusagen, die, wie wir gesehen haben, volatil sein können.
Frage 2: Wenn Menschen „Rohstoffe“ hören, denken sie oft an klassische Commodities. Was ist das Zukunftsweisende an den „Rohstoffen der Zukunft“?
Das ist ein wichtiger Unterschied. Hier geht es nicht um traditionelle Rohstoff-Investments oder zyklische Wetten auf Preisentwicklungen. Zukunftsrohstoffe sind die Materialien, die im Zentrum des strukturellen Wandels stehen – Elektrifizierung, erneuerbare Energien, Digitalisierung und Ausbau der Stromnetze. Kupfer, Lithium und Seltene Erden machen diese Zukunftstechnologien erst möglich. Wir konzentrieren uns unsererseits auf Unternehmen, die an der Förderung, Verarbeitung und Bereitstellung dieser Materialien beteiligt sind, da die Nachfrage immer beständiger und strategischer wird.
Einfach ausgedrückt: Zukunftsrohstoffe sind unverzichtbar, um die Energiewende zu ermöglichen und die Infrastruktur von morgen aufzubauen.
Frage 3: Warum war ein ETF das richtige Instrument, um in dieses Thema zu investieren?
Ein ETF eignet sich ideal für ein solches Thema, da er ein transparentes, diversifiziertes Aktienengagement in einem einfachen, leicht zugänglichen Format bietet. Er ermöglicht es Anlegern, ein kontinuierliches Engagement in Zukunftsrohstoffen aufzubauen, ohne Rohstoffpreise timen oder einzelne Aktien auswählen zu müssen.
Bei einem langfristigen, strukturellen Thema unterstützt die ETF-Struktur zudem eine disziplinierte, regelbasierte Umsetzung, während sich das Thema weiterentwickelt. Gleichzeitig bieten ETFs Liquidität, Transparenz und Preissicherheit – Faktoren, die in schnelllebigen Märkten besonders wichtig sind.
Frage 4: Sie haben sich auf eine fokussierte Auswahl an Rohstoffen konzentriert, anstatt einen breiteren Rohstoffansatz zu verfolgen. Was war der Gedanke dahinter?
Bei diesem ETF konzentrieren wir uns auf Rohstoffe, die für den Aufbau der Infrastruktur der Zukunft unverzichtbar sind. Das bedeutet, eine klar abgegrenzte Auswahl an Rohstoffen zu identifizieren und dann deren langfristiges Wachstumspotenzial im Kontext der zugrunde liegende Angebots- und Nachfragedynamiken zu bewerten.
Anstatt einen breit angelegten Ansatz zu verfolgen, wollen wir uns auf die Bereiche konzentrieren, in denen wir die stärksten strukturellen Treiber sehen. Dazu gehört eine Fokussierung auf Rohstoffe, bei denen das Angebot stärker begrenzt oder konzentrierter ist, da diese Dynamiken eine wichtige Rolle bei der langfristigen Preisentwicklung spielen können. Gleichzeitig ist der Ansatz so konzipiert, dass er sich weiterentwickeln kann – was uns die Flexibilität gibt, uns an veränderte geoökonomische Bedingungen und neue technologische Entwicklungen anzupassen.
Frage 5: Dieser ETF wird vom Quantitative Index Solutions (QIS)-Team verwaltet. Wie hilft ein regelbasierter, quantitativer Ansatz Anlegern, Zugang zu einem sich schnell entwickelnden Thema zu erhalten?
Eine zentrale Stärke dieses ETF ist sein hybrider Ansatz. Wir kombinieren fundamentale, aktiv gesteuerte Aktienanalyse zur Identifizierung einer fokussierten Auswahl strategischer Mineralien mit der quantitativen Expertise unseres QIS-Teams.
Der quantitative Ansatz verleiht dem Portfolio Struktur und Disziplin. Das QIS-Team verfügt über umfangreiche Erfahrung mit aktiven und passiven Aktien- und Anleihestrategien sowie mit Portfoliokonstruktion und Risikomanagement. Durch den Einsatz ihrer Kompetenzen und Instrumente können wir ein Portfolio aufbauen, das fokussiert, robust und liquide ist und gleichzeitig über Rohstoffe, Regionen und einzelne Unternehmen diversifiziert ist.
Frage 6: Wie bringen Sie beim Aufbau des Portfolios fundamentale Erkenntnisse und quantitative Disziplin in Einklang?
Letztendlich kommt es darauf an, die Stärken beider Ansätze zu kombinieren. Eine gründliche Fundamentalanalyse hilft uns, die wichtigsten Rohstoffe zu identifizieren, und zu verstehen, warum sie für das Thema relevant sind. Quantitative Techniken bestimmen anschließend, wie diese Engagements im Portfolio zusammengeführt werden.
Dieser systematische Ansatz unterstützt eine disziplinierte Portfoliokonstruktion und hilft uns, Ausgewogenheit, Robustheit und Fokussierung zu wahren. Das Ergebnis ist ein Portfolio mit hoher Überzeugung und klarer thematischen Ausrichtung, das transparent und über die Zeit hinweg konsistent aufgebaut ist.
Frage 7: Was haben Sie ein Jahr nach dem Start gelernt? Hat Sie etwas daran überrascht, wie sich das Thema entwickelt hat?
Besonders aufgefallen ist, wie eindeutig es sich hierbei um ein langfristig angelegtes Thema handelt, dessen Relevanz über das Hier und Jetzt hinausgeht. Jüngste Entwicklungen haben die strategische Bedeutung kritischer Rohstoffe weiter unterstrichen, da Regierungen und Märkte zunehmend Themen wie Zölle, Energiesicherheit, Geopolitik und Handel in den Fokus rücken.
Insbesondere das Wachstum digitaler Infrastruktur, von KI-Anwendungen und Rechenzentren hat die Energienachfrage stärker in die Höhe getrieben als viele erwartet hatten, was den Bedarf an den zugrunde liegenden Mineralien erhöht, die diese Expansion erst ermöglichen. Was das vergangene Jahr wirklich deutlich gemacht hat, ist, wie dauerhaft diese Kräfte wirken – und warum das Zusammenspiel aus Nachfragewachstum und begrenztem Angebot ein so zentrales Element des langfristigen Anlagearguments ist.
Frage 8: Wie Sie bereits sagten, werden Versorgungsengpässe auf den Rohstoffmärkten oft angeführt. Wie wichtig ist das Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage für das langfristige Anlageargument?
Es ist absolut zentral für das langfristige Anlageargument. Im Mittelpunkt dieses Themas steht ein strukturelles Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage. Bereiche wie saubere Energie, Elektrifizierung, Netzausbau sowie das Wachstum von KI und Rechenzentren dürften in den kommenden Jahren zu einem starken Anstieg der Nachfrage nach Rohstoffen führen.
Auf der Angebotsseite sieht die Lage jedoch weitaus angespannter aus. Neue Bergbauprojekte haben in der Regel lange und immer länger werdende Vorlaufzeiten, was die Geschwindigkeit begrenzt, mit der neues Angebot auf dem Markt verfügbar wird.
Zwischen 2010 und 2019 dauerte es durchschnittlich mehr als 15 Jahre, bis eine neue Mine von der Entdeckung bis zur Produktion gelangte; in den letzten Jahren hat sich dieser Zeitraum auf über 17 Jahre verlängert. Diese Kombination aus steigender Nachfrage und nur langsam wachsendem Angebot untermauert den langfristigen Charakter dieser Investmentchance.
Frage 9: Wie sollten Anleger aus Portfoliosicht eine auf Rohstoffe ausgerichtete Aktienstrategie neben traditionellen Aktien bewerten?
Wir betrachten dieses Thema als sinnvolle Ergänzung zu einem traditionellen Aktienengagement. Es bietet eine langfristig ausgerichtete Anlagechance sowie bedeutende Diversifizierungsvorteile, die innerhalb der Aktienmärkte sonst nur schwer zu finden sind.
Heutzutage sind viele Aktienportfolios stark auf US- und Technologiewerte konzentriert. Eine auf Rohstoffe ausgerichtete Strategie weist in der Regel ein deutlich geringeres Engagement in beiden Bereichen auf, was ihr ein eigenständiges und ergänzendes Renditeprofil verleiht.
Aus Portfoliosicht kann dies dazu beitragen, die Ertragsquellen zu verbreitern und gleichzeitig ein aktienähnliches Wachstumspotenzial zu erhalten.
Frage 10: Wenn Sie sich von den Schlagzeilen lösen, wie würden Sie zusammenfassen, was der abrdn Future Raw Materials ETF wirklich abzudecken versucht?
Im Kern geht es darum, in die Bausteine der modernen, zukünftigen Wirtschaft zu investieren. Mit der Weiterentwicklung von Energiesystemen, Technologie und Infrastruktur werden bestimmte Rohstoffe unverzichtbar. Diese Strategie ist darauf ausgerichtet, diesen langfristigen Wandel auf disziplinierte und transparente Weise abzubilden.
Fondsspezifische Risiken
Der Fonds investiert in Aktien und aktienähnliche Wertpapiere. Diese reagieren empfindlich auf Schwankungen an den Aktienmärkten, die volatil sein und sich innerhalb kurzer Zeit erheblich verändern können.
Ein konzentriertes Portfolio kann volatiler und weniger liquide sein als ein breit diversifiziertes. Die Anlagen des Fonds konzentrieren sich auf ein bestimmtes Land oder einen bestimmten Sektor oder auf eine eng verwandte Gruppe von Branchen oder Sektoren.
Der Fonds investiert in Aktien und/oder Anleihen aus Schwellenländern. Anlagen in Schwellenländern sind mit einem höheren Verlustrisiko verbunden als Anlagen in weiter entwickelten Märkten, was unter anderem auf größere politische, steuerliche, wirtschaftliche, wechselkursbezogene, liquiditätsbezogene und regulatorische Risiken zurückzuführen ist.
Die Aktien von Small- und Mid-Cap-Unternehmen können weniger liquide und volatiler sein als die von größeren Unternehmen.
Der Fonds kann in Unternehmen mit Variable Interest Entity (VIE)-Strukturen investieren, um ein Engagement in Branchen mit Beschränkungen für ausländische Beteiligungen zu erzielen. Es besteht das Risiko, dass Anlagen in diesen Strukturen durch Änderungen des rechtlichen und regulatorischen Rahmens beeinträchtigt werden.
Anlagen in chinesische A-Aktien sind mit besonderen Überlegungen und Risiken verbunden, darunter eine höhere Kursvolatilität, ein weniger ausgereiftes regulatorisches und rechtliches Umfeld sowie Wechselkursrisiken/-kontrollen, Abwicklungs-, Steuer-, Quoten-, Liquiditäts- und regulatorische Risiken.
Der Einsatz von Derivaten birgt das Risiko einer verminderten Liquidität, erheblicher Verluste und erhöhter Volatilität unter ungünstigen Marktbedingungen, wie z. B. bei Ausfällen von Marktteilnehmern. Der Einsatz von Derivaten kann dazu führen, dass der Fonds gehebelt wird (d. h. das Marktrisiko und damit das Verlustpotenzial des Fonds übersteigt den investierten Betrag), und unter diesen Marktbedingungen verstärkt der Hebeleffekt die Verluste.
Nächste Schritte
Angebotene Optionen
Wir bieten Anlageexpertise in allen wichtigen Anlageklassen, Regionen und Märkten, damit unsere Kunden Anlagepotenziale nutzen können, wo immer sie sich ergeben.



