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US-Small-Caps: Und täglich grüßt das Murmeltier?

Erinnerungen an 2025? Die Märkte zeigen erneut vertraute Verhaltensmuster – geprägt von Volatilität, Marktkonzentration und wechselnden Stilpräferenzen. Dennoch gibt es Anzeichen dafür, dass sich das Umfeld allmählich verändert.

Autor
Small Cap Portfolio Manager
Senior Equity Specialist
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Dauer: 4 Minuten

Datum: 27. Juli 2026

Man könnte es den „Und täglich grüßt das Murmeltier“-Effekt nennen: Die Märkte fallen, erholen sich wieder - und wiederholen dieses Muster dann fast wie nach Drehbuch wieder und wieder.

Dieses Gefühl der Wiederholung hat die Erfahrungen der Anleger in US-Small-Caps im Jahr 2026 geprägt. Auf Phasen starker Kursrückgänge folgten ebenso kräftige Erholungen, die oft von denselben Marktsegmenten angeführt wurden. Die Frage zu Beginn des dritten Quartals lautet deshalb, ob sich dieser Zyklus fortsetzt oder ob sich eine dauerhafte Verschiebung der Marktführer abzeichnet.

Das jüngste Marktverhalten deutet auf eine Rückkehr zu Mustern hin, die zuletzt im Jahr 2025 zu beobachten waren. Zwar haben Small Caps weiterhin Large Caps übertroffen, doch war die Führungsrolle innerhalb der Anlageklasse uneinheitlich und zeitweise kontraintuitiv, wobei in entscheidenden Marktphasen Unternehmen mit geringerer Qualität und Verlusten die Performance anführten.1,2

Starke Schlagzeilen, uneinheitliche Realität

Aus übergeordneter Sicht stehen US-Small-Caps weiterhin auf einem soliden Fundament. Der Russell 2000 ist seit Jahresbeginn um 18,1 % gestiegen und setzt damit seine Phase relativer Stärke gegenüber Large-Cap-Aktien fort.1,2

 Hinter den Kulissen ist das Bild jedoch komplexer.

Die Wertentwicklung war stark konzentriert, wobei eine relativ kleine Gruppe von Aktien einen überproportionalen Anteil an den Renditen ausmachte.

Die Wertentwicklung war stark konzentriert, wobei eine relativ kleine Gruppe von Aktien einen überproportionalen Anteil an den Renditen erwirtschaftete.1 In den letzten Monaten hat sich immer wieder gezeigt, dass der Index zwar gestiegen ist, die Mehrheit der Unternehmen jedoch nur moderatere Wertzuwächse verzeichnete.1

Der Mai war ein deutliches Beispiel dafür. Der Russell 2000 gewann 4,4 %, allerdings wurde der Anstieg von einer vergleichsweise kleinen Gruppe von Titeln getragen.3; Die ungleiche Entwicklung innerhalb des Marktes bleibt damit ein prägendes Merkmal des aktuellen Umfelds: Der Markt bewegt sich zwar nach oben, doch nicht alle Unternehmen profitieren gleichermaßen davon.

Ein eng gefasster Markt und schwierige Rahmenbedingungen

Diese Konzentration hat ein besonders herausforderndes Umfeld für das aktive Management geschaffen.

In den letzten Monaten hat sich die Marktführerschaft zunehmend auf Segmente mit höherem Beta und spekulativem Charakter verlagert. Unternehmen mit geringerer Qualität und fehlender Profitabilität haben sich oft gerade in Phasen einer raschen Markterholung besser entwickelt als der Markt.4

Wir sind der Ansicht, dass es aufgrund dieser Dynamik für fundamental orientierte Ansätze – insbesondere solche, die den Schwerpunkt auf Ertragskraft und Bilanzstärke legen – schwierig geworden ist, Schritt zu halten.

Die enge Marktführerschaft hat sich auf die gesamte Landschaft des aktiven Managements ausgewirkt …

Wichtig ist, dass dieses Phänomen nicht auf eine einzelne Strategie oder einen einzelnen Manager beschränkt war. Die enge Marktführerschaft hat sich auf die gesamte Landschaft des aktiven Managements ausgewirkt, sodass zahlreiche Ansätze mit ähnlichen Hindernissen konfrontiert sind.

Solche Marktbedingungen sind nicht ungewöhnlich. Phasen, in denen eine kleine Anzahl von Aktien den Großteil der Indexrenditen dominieren, haben sich in der Vergangenheit als schwierig für selektive Anlagestile erwiesen - insbesondere dann, wenn die Wertentwicklung weniger stark von den zugrunde liegenden Fundamentaldaten bestimmt ist.

Ein volatiler Zyklus

Eines der auffälligsten Merkmale des Jahres 2026 war die drastische Umkehr der Faktorführerschaft – insbesondere im Hinblick auf den Qualitätsfaktor.

Von Ende 2025 bis früh in die ersten Monate dieses Jahres erzielten profitable Unternehmen eine Outperformance. Dieser Trend kehrte sich jedoch im zweiten Quartal deutlich um, als Unternehmen mit schwächeren Fundamentaldaten und fehlender Profitabilität an die Spitze der Marktperformance rückten.4

Diese Rotation wurde durch eine Reihe bekannter Merkmale vorangetrieben:

Gleichzeitig blieben Unternehmen mit höherer Profitabilität oder stabileren Ertragsprofilen zurück.1

Zwar sind solche Zyklen typisch, doch das Ausmaß und das Tempo der jüngsten Verschiebung waren bemerkenswert. Phasen, in denen hochwertige Unternehmen in diesem Ausmaß hinter der Marktentwicklung zurückblieben, waren in der Vergangenheit relativ selten und oft nur von kurzer Dauer.

Anzeichen für eine breitere Marktteilnahme oder mehr vom Gleichen?

Trotz dieser kurzfristigen Dynamik gibt es Anzeichen dafür, dass sich das allgemeine Umfeld für Small Caps möglicherweise verändert.

Small Caps haben seit April 2025 eine bessere Performance als Large Caps erzielt, und dieser Trend hat sich bis ins Jahr 2026 fortgesetzt.3,4  Eine ausgewogenere Verteilung der Renditen – sofern sie anhält – könnte künftig mehr Unternehmen an der positiven Entwicklung teilhaben lassen.

Das jüngste Marktgeschehen verdeutlicht jedoch, wie ungleichmäßig dieser Übergang verlaufen kann. Die Führungsrolle wechselt weiterhin rasch zwischen Anlagestilen und Martsegmenten - oft stärker von sich ändernden Stimmungslagen und Liquiditätsbedingungen beeinflusst als von fundamentalen Veränderungen.

Das Ergebnis ist ein Stop-and-Go-Muster: Phasen einer breiteren, stärker fundamental getriebenen Marktbeteiligung werden von kräftigen, von Momentum getriebenen Kursanstiegen unterbrochen.

Was bringt das dritte Quartal?

Mit Blick auf die Zukunft gehen wir davon aus, dass mehrere Fragen das dritte Quartal prägen werden:

  • Wird sich die Outperformance von Small Caps gegenüber Large Caps fortsetzen? 
    Die starken Renditen seit Jahresbeginn deuten auf ein wachsendes Anlegerinteresse hin. Ob Small Caps ihre Führungsrolle behaupten können, dürfte jedoch maßgeblich davon abhängen, ob die positive Entwicklung von einer breiteren Basis von Unternehmen und Sektoren getragen wird.
  • Wird sich die Marktführerschaft ausweiten oder konzentriert bleiben? 
    Ein breitere Streuung der Renditen über verschiedene Unternehmen und Marktsegmente würde wahrscheinlich ein günstigeres Umfeld für fundamental orientierte Anlagestrategien schaffen.
  • Und wird sich Qualität wieder durchsetzen? 
    Zwar haben in den letzten Monaten Segmente mit schwächeren Fundamentaldaten profitiert, doch haben längerfristige Marktzyklen gezeigt, dass langfristig häufig jene Unternehmen belohnt werden, die über eine höhere Profitabilität und solide Bilanzen verfügen.

ABSCHLIESSENDE GEDANKEN

Ist das also wieder ein Déjà-vu? In vielerlei Hinsicht ja. Die Märkte haben erneut einen vertrauten Zyklus durchlaufen: starke Einbrüche, rasche Erholungen und Phasen, in denen Aktien mit geringerer Qualität die Wertentwicklung anführten. Dennoch glauben wir, dass es auch Anzeichen für eine Weiterentwicklung gibt. Small-Caps entwickeln sich weiterhin besser als Large-Caps, die Renditeunterschiede zwischen einzelnen unternehmen bleibt hoch, und die Marktführerschaft wechselt – trotz ihrer zeitwiesen Konzentration auf wenige Titel – häufiger zwischen verschiedenen Marktsegmenten. Für Anleger birgt diese Kombination sowohl Herausforderungen als auch Chancen. Während das kurzfristige Marktgeschehen weiterhin stark von Anlegerstimmungen und Liquidität geprägt sein mag, deutet das allgemeine Umfeld darauf hin, dass unternehmensspezifische Faktoren weiterhin eine wichtige Rolle spielen. Wenn sich die erste Hälfte des Jahres 2026 vertraut angefühlt hat, könnte die zweite Hälfte letztendlich darüber entscheiden, ob dieses bekannte Muster etwas Dauerhafterem weicht oder sich einfach erneut wiederholt.

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