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Aktien aus Schwellenländermärkten

Income-orientierte Aktien aus Schwellenländern: Die Milliarden-Dollar-Fragen

Unser leitender Portfoliomanager reflektiert zentrale Erkenntnisse und zukünftige Chancen unserer sich kontinuierlich weiterentwickelnden Strategie für ertragsorientierte Aktien aus Schwellenländern (EM Income Equity - Strategie).

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Dauer: 7 Minuten

Was sind in einem Markt, der oft von Volatilität und Schlagzeilen geprägt ist, die tatsächlichen Triebkräfte für nachhaltige Erträge (Income) in den Schwellenländern (EM)?

Mit Blick auf die Entwicklung unserer Emerging Markets Income Equity - Strategie, die wir seit 2012 verwalten, und vor dem Hintergrund des jüngsten Meilensteins, dass das 2024 aufgelegte Anlagevehikel inzwischen bereits ein verwaltetes Vermögen von über 1 Milliarde US-Dollar erreicht hat, beantwortet der leitende Portfoliomanager Matt Williams neun zentrale Fragen: zu den Treibern der Ergebnisse, den grundlegenden Prinzipien hinter dem Ansatz und den Gründen, warum die Aussichten für die Schwellenländer weiterhin überzeugend sind.

Was zeichnet Ihren Ansatz bei der Verwaltung einer Emerging Marktes Income Equity - Strategie aus?

Unser Ausgangspunkt ist einfach: Märkte bewerten die Fundamentaldaten von Unternehmen regelmäßig falsch. Wir versuchen, diese Diskrepanzen zu identifizieren, indem wir uns eine eigene langfristige Einschätzung der Cashflows, Gewinne und Renditen bilden und diese mit dem vergleichen, was bereits in den Bewertungen am Markt berücksichtigt ist.

Dieser disziplinierte Ansatz ist unverändert geblieben und basiert auf einer Bottom-up-Analyse sowie dem Fokus auf die Identifizierung robuster, nachhaltig tragfähiger Geschäftsmodelle.

 

Frage: Wenn Sie zurückblicken, welche Momente oder Themen stechen besonders hervor?

Das rasante Aufkommen generativer KI war ein prägendes Thema. Anstatt uns ausschließlich auf Unternehmen zu konzentrieren, die KI-Systeme entwickeln, haben wir zunehmend solche ins Visier genommen, die dazu beitragen, die Technologie durch praktische Anwendungen zu monetarisieren. Dazu gehören Hersteller von Chips für drahtlose Konnektivität, Halbleiterentwickler und Speicherhersteller.

Allgemeiner betrachtet haben sich die Schwellenländer als widerstandsfähig erwiesen. Die Anlageklasse legte 2025 um 34 % zu und verzeichnete seit Jahresbeginn (Stand Ende April) trotz geopolitischer Unsicherheiten einen Anstieg von rund 15 % - und das trotz eines von geopolitischer Unsicherheit geprägten Umfelds. Gleichzeitig bleiben die Bewertungen attraktiv, da Schwellenländer mit einem Abschlag von 40 % gegenüber dem S&P 500 gehandelt werden [1].

Frage: Welche Aspekte der Anlagephilosophie sind seit Einführung der Strategie unverändert geblieben und warum sind sie nach wie vor von Bedeutung?

Unsere Philosophie hat sich nicht geändert. Wir glauben, dass der Cashflow einer der klarsten und zuverlässigsten Indikatoren für die Unternehmensqualität ist, weshalb wir unseren Ansatz als „Follow the Cashflow“ bezeichnen. Er hilft uns, die Aussagen des Managements zu überprüfen und uns auf Unternehmen mit nachhaltigen Fundamentaldaten zu konzentrieren.

Wir betrachten Income zudem als einen entscheidenden und oft übersehenen Bestandteil der Gesamtrendite in Schwellenländern. Die Anlageklasse hat sich erheblich weiterentwickelt: Mehr als die Hälfte der Unternehmen in den Schwellenländern bietet inzwischen eine Dividendenrendite von über 3 % [2], und seit 2010 ist der Anteil der dividendenzahlenden Unternehmen in den Schwellenländern (heute rund 87%) größerer als in den entwickelten Märkten [3, 4]. Für Anleger bedeutet dies, dass Income und Wachstum keine konkurrierenden Ziele sind, sondern sich ergänzende Renditetreiber.

Frage: Wie hat sich der Ansatz im Zuge der Reifung der Strategie weiterentwickelt?

Während die zugrunde liegende Philosophie unverändert geblieben ist, hat sich das Rahmenwerk darum im Laufe der Zeit weiterentwickelt. Vor fast einem Jahrzehnt haben wir eine Struktur aus kleinen, eigenverantwortlichen Investment-Teams („Pods“) eingeführt, um die Verantwortlichkeit zu stärken und die Disziplin bei der Portfoliozusammenstellung zu verbessern.

Dies führte zu einer zusätzlichen, formalen Ebene der Risikoüberwachung. Mit Unterstützung des Teams für Anlagerisiken und -prozesse überprüft das jeweilige „Pod“ regelmäßig Engagements, Korrelationen und Makroszenarien und greift dabei auf Erkenntnisse aus unserem firmeneigenen Aktien-Risikotool zurück. Dies gewährleistet einen konsistenten Feedback-Kreislauf zwischen Einzeltitelauswahl und Portfolioaufbau, während das Risiko gleichzeitig streng kontrolliert wird.

 

Frage: Was sind die wichtigsten Erkenntnisse aus der Verwaltung einer EM-Income-Strategie in unterschiedlichen Marktumfeldern?

Eine wichtige Erkenntnis ist der Wert der Ausgewogenheit. Der Ansatz kombiniert Unternehmen mit wachsender Dividende (Dividend Growth) mit Unternehmen, die hohe Dividenden zahlen, anstatt sich auf einen einzigen Stil zu stützen. Dies trägt dazu bei, über den gesamten Marktzyklus hinweg ein widerstandsfähigeres Renditeprofil zu erzielen.

Es wird Phasen mit unterdurchschnittlicher Wertentwicklung geben, insbesondere wenn die Märkte Unternehmen in der Frühphase vor der Cashflow-Generierung oder reife Unternehmen in strukturellem Niedergang (Value Traps) bevorzugen, die außerhalb unseres Anlageuniversums liegen. Diese Phasen waren jedoch in der Vergangenheit meist von kurzer Dauer. Im Laufe der Zeit neigen die Märkte dazu, sich wieder auf die Cashflow-Generierung und die Fundamentaldaten zu konzentrieren – und genau hier liegt die Stärke unseres Ansatzes.

Frage: Welche Rolle hat Income seit Auflegung der Strategie für die Entwicklung der Renditen und der Widerstandsfähigkeit gespielt?

Seit Auflegung der Strategie im Jahr 2012 hat der Income-Anteil zur Gesamtperformance beigetragen. Unser Ziel ist es, eine Rendite zu erzielen, die in der Regel über der Benchmark liegt. Entscheidend ist zudem, dass Income das Renditeprofil glättet. Er kann einen wesentlichen Beitrag zur Gesamtrendite leisten, während sich längerfristige Investments entfalten.

Wir sind überzeugt, dass Income von Unternehmen mit starken Cashflows und disziplinierter Kapitalallokation getragen wird – und daher strukturell nachhaltig und nicht lediglich zyklischer Natur ist.

 

Frage: Wie setzen Anleger EM-Income-Aktienstrategien in der Regel in ihren Portfolios ein, und hat sich dies im Laufe der Zeit verändert?

Anleger können EM-Income-Aktienstrategien als Kernallokation in Schwellenländern nutzen, ergänzt durch thematischere oder wachstumsstärkere Satellitenengagements. Dies spiegelt die Nachfrage nach einem stabileren Renditeprofil innerhalb einer potenziell volatilen Anlageklasse wider.

Zudem hat sich ein allmählicher Wandel von passiven zu aktiven Anlagen vollzogen. Wir glauben, dass die Kombination aus Income und Aktienauswahl ein ausgewogeneres Gesamtrenditeprofil bieten kann, was bei Anlegern Anklang findet, die sowohl Widerstandsfähigkeit als auch langfristiges Wachstum anstreben.

Frage: Welche Rückmeldungen von Anlegern haben im Zuge des Wachstums der Strategie am meisten Resonanz gefunden?

Anleger heben immer wieder die Disziplin und die Wiederholbarkeit des Ansatzes hervor. Zudem schätzen sie die Größe unserer Research-Plattform: Rund 50 Investmentexperten an sieben globalen Standorten liefern lokale Einblicke und ermöglichen den Zugang zu den Managementteams.

Auch die Portfoliostruktur wird als wesentlicher Vorteil wahrgenommen. Durch die ausgewogene Balance von Unternehmen mit wachsender Dividende – wobei die Dividenden in den Schwellenländern seit Anfang der 2000er Jahre jährlich um etwa 12 % gestiegen sind und damit diejenigen in den Industrieländern übertreffen [5] und Titeln mit hohen Dividenden schaffen wir eine Diversifikation, die hilft, unterschiedliche Marktphasen zu meistern. In Kombination mit einem kontrollierten Maß an aktivem Risiko hat dies zu einem Renditeprofil geführt, das Kunden als konsistent und robust empfinden.

Frage: Wo sehen Sie mit Blick auf die Zukunft die vielversprechendsten Chancen und die größten Risiken?

Trotz der jüngsten geopolitischen Spannungen bleiben wir gegenüber den Schwellenländern optimistisch. Die strukturellen Treiber des aktuellen Zyklus sind weiterhin intakt - darunter steigende globale Investitionsausgaben, der Ausbau der Rechenzentrumsinfrastruktur, höhere Verteidigungsausgaben, Dekarbonisierung und die Diversifizierung der Lieferketten. Die Schwellenländer spielen in vielen dieser Bereiche eine zentrale Rolle.

Unserer Ansicht nach schafft dies ein attraktives Umfeld für aktive Anleger - insbesondere für diejenigen, die sich darauf konzentrieren, Unternehmen mit starken Cashflows, widerstandsfähigen Gewinnen und nachhaltigen Renditen zu identifizieren.

Abschließende Gedanken

Die Stärke unseres Ansatzes liegt in seiner Konsistenz, der Fokussierung auf den Cashflow und dem ausgewogenen Portfolioaufbau. Angesichts der fortschreitenden Entwicklung der Schwellenländer bleibt die Einhaltung dieser Disziplin von zentraler Bedeutung für unseren Ansatz, Chancen und Risiken langfristig zu steuern.

 

  1. MSCI, Bloomberg, LPL Research, Aberdeen, Stand: April 2026.
  2. Factset, Jefferies Equity Research, April 2026.
  3. Factset, Jefferies Equity Research, 31. März 2026.
  4. Factset, Jefferies Equity Research, 31. März 2026.
  5. Factset, Jefferies Equity Research, 31. März 2026.

 

 

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